In einem Nationalpark und dann in einer Stadt, die tief berührt

Lesedauer 4 Minuten

Wenn wir schon in der heissen Sonne schwitzen müssen, dann wollen wir das auch für einen Waschtag nutzen.

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Unser Ziel ist heute der Pape Nationalpark. Auf dem  Weg dorthin lernen wir die Straßen Lettlands kennen. Die Hauptstraßen sind in einem sehr guten Zustand, von dort abgebogen beginnen abrupt üble Schotterpisten. Bei höchstens 15 km/h bekommen Fahrzeiten eine andere Dimension.

Ein Ranger des WWF führt uns im Nationalpark zu den dort lebenden Wildpferden, die eigentlich eine Züchtung sind und dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd äußerlich und im Verhalten sehr ähnlich sind. Die Tiere leben dort frei, sind aber Menschen gewöhnt und nicht besonders scheu. Wir lernen viel über diese Pferde und das Sozialverhalten der Herden.

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Auf unserer Tour sehen wir auch eine Herde Auerochsen. Bei diesen Tieren achtet allerdings auch unser Ranger auf einen respektvollen Abstand.

Wir erleben in dem Nationalpark eine fantastische Natur. Riesige Wälder, Wiesenflächen und Seen. Man kann sich an der fast unberührten Natur nicht satt sehen.

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Die Stadt Liepāja ist das nächstes Ziel auf der Reise. Unsere Eindrücke in Worte zu fassen und mit Fotos zu illustrieren ist nicht einfach.

Zunächst zu den Fakten. Liepāja ist mit knapp 70.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Lettland. Sie liegt an der Ostsee und ist wichtiger Hafen-, Industrie- und Kulturstandort des Landes. Im kommenden Jahr wird Liepāja europäische Kulturhauptstadt sein.

Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Russischen Kaiserreich das Karosta-Viertel mit dem damals modernsten Militärhafen Europas. Dann folgte eine wechselhafte Geschichte. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt von der Wehrmacht eingenommen, jüdische Einwohner wurden in den Dünen ermordet. Später während der Sowjetzeit war Liepāja eine geschlossene Militärstadt. Seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands in 1991 entwickelt sich die Stadt zu einer offenen Hafenstadt mit Tourismus, Industrie und Kultur.

Und genau diese Gegensätze spürt man in Liepāja.

Wir besuchen ein ehemaliges Militärgefängnis, das bis 1997 in Betrieb war und heute das einzige für Touristen zugängliche Militärgefängnis in Europa ist. Was wir dort an grausamen Zeitdokumenten sehen, macht uns sehr betroffen.

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Wir sehen aber auch das neue Liepāja mit einer Konzerthalle in Form eines Bernsteins, einem Einkaufszentrum, Universität und Hotels.

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Die Gegensätze zwischen Verfall und Moderne spiegeln sich auch in den Gesichtern der Menschen wider und tief beeindruckt von dieser Stadt kehren wir in unseren Camper zurück.

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3 Kommentare zu „In einem Nationalpark und dann in einer Stadt, die tief berührt“

  1. Da habt ihr ja in kürzester Zeit Natur und Stadt mit ihren Kontrasten erlebt.
    Muß man sich merken: Liepāja die Kulturhauptstadt vEuropa 2027.
    Klingt interessant.!!
    Dann bonne route!!
    Christeö

  2. Toll. Die Gegensätze, die ihr schildert werden mit den Bildern eindrücklich demonstriert. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    Kay

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