Die Geschichte des Baltikums eindrucksvoll erleben

Lesedauer 4 Minuten

Für westeuropäische Ohren sind die osteuropäischen Sprachen schwer auseinanderzuhalten und nur für wenige Worte lässt sich eine Übersetzung herleiten. Wir kommen mit Englisch aber meistens gut weiter oder es hilft auch schon mal Google.

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Interessant wird es bei der Geschichte der baltischen Staaten, denn die Mischung aus russischer Vergangenheit und Unabhängigkeit, zwischen Verfall und Moderne, mit allen Abstufungen dazwischen, ist überall offensichtlich. Estland, Lettland und Litauen wurden 1940 von der Sowjetunion besetzt. Ende der 1980er Jahre setzten sich die Menschen mit friedlichen Protesten für ihre Unabhängigkeit ein. Besonders bekannt wurde die Singende Revolution, bei der Hunderttausende gemeinsam nationale Lieder sangen und so ihren Wunsch nach Freiheit ausdrückten. Ein weiteres Symbol war der Baltische Weg 1989, eine rund 600 Kilometer lange Menschenkette durch alle drei Staaten. 1990/91 erlangten die baltischen Staaten schließlich ihre Unabhängigkeit. Unsere Reise führt uns also nicht nur durch die Natur dieser drei Länder sondern zeigt uns auch den laufenden Prozess ihrer Veränderung.

Ein typisches Beispiel ist der heutige Ausflug zum Berg der Kreuze. Ein Ort, der in jedem Reiseführer zu finden ist und daher auch auf unserer Route liegt.

Der Berg der Kreuze in Litauen ist ein Symbol für den christlichen Glauben und den friedlichen Widerstand gegen die sowjetische Unterdrückung. Obwohl die Sowjetunion die Kreuze mehrfach entfernen ließ, stellten die Menschen immer wieder neue auf. Heute steht der Berg für Freiheit, Hoffnung und die Unabhängigkeit Litauens. Er entwickelte sich zum internationalen Pilgerort und auch Papst Johannes Paul II war schon dort. Und die moderne Zeit ist mit Busausflügen und Touristenshops auch angekommen und die Pilger, die ihr Kreuz vergessen haben, können es sich in allen Größen im Touri-Shop kaufen.

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Als ein weiteres Beispiel besuchen wir den Garten eines Steinmetzes. Auf Anordnung des russischen Präsidenten Chruschtschow wurden alle Grabsteine von Friedhöfen entfernt. Die Menschen brachten sie in den Garten des Steinmetzes und widersetzten sich so der Zerstörung.

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Unterwegs sehen wir in fast jedem Ort Storchennester und wenn wir so über die Wellblechpisten hoppeln, gehören die Störche zum gewohnten Strassenbild.

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Zwischendurch muss es auch mal ein Schloss sein. Schloss Rundāle ist das bedeutendste Barockschloss Lettlands und wird oft als das Versailles des Baltikum bezeichnet. Es zählt auch zu den Highlights jeder Lettland-Reise, es ist Samstag und der Busparkplatz ist gut gefüllt …

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Nachdem wir uns in den letzten Tagen etwas ins Landesinnere bewegt haben, geht es jetzt wieder Richtung Nordosten und zurück an die Ostsee.

4 Kommentare zu „Die Geschichte des Baltikums eindrucksvoll erleben“

  1. Ihr seid auf bekannten Wegen unterwegs u.a. „Berg der Kreuze“ – wie ihr schreibt gehört das zu fast jeder Studienreise dazu!
    Ansonsten freuen wir uns auf weitere bekannte Reiseinformationen.
    Bleibt neugierig und lasst uns weiter daran teilhaben!

  2. Ein herzliches Dankeschön an euch zwei , diese schon fast professionellen Reiseberichte mit beeindruckender Untermalung eurer fotos.
    Immer wieder spannend zu lesen und zu sehen.
    Danke dafür und weiterhin gute und sichere Reise.

  3. Danke für den Bericht. Wir waren schon zu Vorwendezeiten im Baltikum unterwegs, damals noch unter „sowjetischer Verwaltung“. Auffällig war, dass die „Ureinwohner“ dort kein Russisch sprachen, obwohl es in der Schule gelehrt wurde und es auch Amtssprache war. Sie wollten (!) es nicht. Das hat unsere Skepsis zur propagierten Völkergemeinschaft bestärkt. Es ging aber ganz gut mit Englisch und Deutsch.
    Euch noch viel Spaß und eine gute Reise.
    LG Eva und Jürgen

  4. Joachim Steurer

    Wenn ich eure Bilder sehe und die Texte lese, bestätigt mir das, dass wir uns auch noch ins Baltikum aufmachen müssen. Euch weiterhin viel Spaß.

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