Wir fahren meilenweit für ein Kamel

Lesedauer 4 Minuten

Die Polizeipräsenz in Marokko ist enorm. An jeder Ein- und Ausfallstraße in den Städten und an fast jeder größeren Straßenkreuzung gibt es Polizeikontrollen. Touristen werden meistens freundlich durchgewunken. Meistens. In Agadir werden wir nach einem großen Kreisverkehr angehalten, angeblich haben wir eine rote Ampel überfahren.   Wir werden von dem Officer belehrt, dass das ‚very dangerous‘ und ‚illegal‘ ist … bitte 400 Dirham, umgerechnet 40 €.  Wir verstehen leider erst zu spät, dass er uns auch eine Alternative, 200 Dirham ohne Quittung anbietet.

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Nicht mehr ganz so begeistert von der marokkanischen Polizei setzen wir unsere Reise für einen Zwischenstopp in Tiznit, der Stadt der Silberschmiede, fort. Es ist Freitag Mittag und wir kommen gerade rechtzeitig zum Freitagsgebet. Das bedeutet, dass fast alle Geschäfte geschlossen sind und die Menschen in die Moscheen eilen. Auch vor den Moscheen haben sie ihre Gebetsteppiche ausgebreitet und der Ruf des Muezzin scheint heute noch lauter zu sein also sonst. Na ja, durch die geschlossenen Silberschmiedegeschäfte können wir einen Teil der Polizeifinanzierung ausgleichen.

Im weiteren Verlauf unserer heutigen Tour ändert sich die Landschaft immer mehr zur Wüste und ein starker Wind peitscht den Sand durch die Straßen. Es ist eine karge und beeindruckende Natur. Man kann jetzt schon viele Menschen mit den bekannten Berberschals sehen.

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Wir erreichen die Stadt Guelmim, den südlichsten Punkt unserer Reise. Die Stadt gilt als das Tor zur Westsahara.

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Die Westsahara grenzt im Süden an Marokko, das dieses Territorium für sich beansprucht. Völkerrechtlich ist dies jedoch bis heute umstritten. Die Sahrauis kämpfen für einen unabhängigen Staat und es gab erst 1991 einen Waffenstillstand. Unabhängig davon ist unser Camper ohnehin nicht ‚wüstentauglich‘

Einmal in der Woche gibt es in Guelmim einen großen Vieh- und Gemüsemarkt, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen. Menschengewimmel und Lautsprecherstimmen ziehen uns gleich nach dem Frühstück auf den Souc. Der Tiermarkt ist eine für uns ungewöhnliche Szenerie und nichts für schwache Nerven und Tierliebhaber. Die Tiere können einem schon leid tun. Wir kommen das erste Mal in Berührung mit Kamelen.

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Auf der Weiterfahrt nach Sidi Ifni wird es bergig und wir bekommen einen Vorgeschmack auf den Antiatlas. Der Wetterbericht prognostiziert Regen und wir werden wohl eine Reisepause einlegen.

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5 Kommentare zu „Wir fahren meilenweit für ein Kamel“

  1. Ernst Fritzemeier

    Ich komme erst heute dazu, in Euren Marokko-Reisebericht einzusteigen und habe gerade alle Berichte genossen. Wie schon letztes Jahr begeistert mich die hohe Qulität der Fotografien und der Texte. Die Videos verstärken die Eindrücke. Vielen Dank, dass Ihr mich dieses Jahr wieder mitgenommen habt! Ich wünsche Euch eine weiterhin sichere Reise und tolle Erlebnisse. Ich bleibe dran!

  2. Die Kombination aus Videos und Text, speziell bei den Tiermärkten, gibt einen noch besseren Eindruck vom Geschehen. Ein interessantes Land.

  3. Auch ich bleibe diesmal dran an eurer Reise. (Ist es doch gerade sehr kalt draußen geworden!!!)
    Die Kamele und der Tiermarkt erinnern mich an Oman.
    Ganz besonders gefallen mir die drei Fotos : der blaugekleidete Mann, als Kontrast dazu die Gewürze in warmen Tönen und dann der Blick auf die schöne Stadt. Von der würde ich gerne mehr sehen….Wie es dort wohl aussieht?

  4. Sehr schöner Einblick. Danke. Unsere ( wüstentauglichen ) Nachbarn lassen ausrichten: Wenn Hilfe gebraucht wird = melden. Man kennt wohl einflussreiche Menschen.

  5. Es ist total spannend, eure Reise mitzuverfolgen. Die Bilder auf dem Markt und von den Menschen gefallen uns besinders. Wir wünschen euch eine beschwerdefreie Weiterreise Richtung Sahara und sind auf den nächsten Bericht gespannt.

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