Durch den einsamen Osten

Lesedauer 4 Minuten

Zwei Ziele sind für den nächsten Tag noch in Tartu übriggeblieben. Markthallen ziehen uns irgendwie immer an, so auch hier. Ein freundlich schauendes Schwein weist uns den Weg zu den Metzgerständen und allem, was auf einem authentischen Markt auch sonst nicht fehlen darf.

img 5875
img 5876

Weiter geht’s dann noch zur Johanniskirche. Sie ist besonders. Ein roter Backsteinbau von innen ganz schlicht, nur teilweise renoviert und mit modernen Gemälden an den Wänden und berühmt für ihre Terrakottafiguren aus dem 14. Jahrhundert … ein sehenswerter Ort.

img 5885
img 5896
img 5892
img 5883
img 5889

Im Reiseführer ist zu lesen, dass wir auf unserer Fahrt weiter Richtung Süden durch touristisches Niemandsland kommen. Daher werden die täglichen Fahrstrecken jetzt etwas länger und führen uns abwechselnd durch weite Wiesen und Felder mit kleinen ärmlichen Dörfern. Die Menschen sprechen überwiegend russisch.

Der Verkehr an einer Straßenbaustelle auf unserer Route mit nur einer Fahrspur wird statt Ampel hier manuell geregelt. Ein Arbeiter von ernst zu nehmender Statur in korrekter Arbeitsschutzkleidung (Shorts und Badelatschen) stellt sich so lange vor uns quer auf die Straße, bis wir weiterfahren dürfen.

img 5755

Für heute haben wir uns wieder einen Übernachtungsplatz am See ausgesucht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass zu solchen Spots tagsüber immer wieder Badegäste kommen, die dann aber am Abend wieder wegfahren. Dann haben wir solche Plätze (fast) für uns alleine. Nicht so heute Abend. Das Seeufer füllt sich immer mehr mit Besuchern. Sehr naiv konnten wir das zunächst gar nicht einordnen. Bis wir die dunklen Sonnenschutzbrillen entdeckten. Wir sind ohne es zu wissen an einem idealen Beobachtungsspot für die Sonnenfinsternis und können das Naturschauspiel beobachten.

img 5905
img 5917

So langsam führt uns die Route aus Estland heraus wieder Richtung Lettland. In Estland hat es uns besonders gut gefallen und wir haben nun einige Wochen hier verbracht. Es gibt eine Stadt, die uns den Wechsel zurück nach Lettland besonders spüren lässt … Valga/Valka. Hier verläuft die Landesgrenze durch die Stadt. Spüren tut man das in Zeiten der EU kaum, nur ein alter Grenzübergang und ein Wachhäuschen für die Touristen erinnern an früher.

img 5957
img 5954

Nach Riga und Tallinn steuern wir jetzt Vilnius, die dritte Hauptstadt im Baltikum an. Seid gespannt auf unsere Eindrücke.

6 Kommentare zu „Durch den einsamen Osten“

  1. Hallo ihr Beiden!
    Die drei baltischen Staaten sind toll, insbesondere für Camper. Aber Estland gefällt uns am besten.
    Die Zufälle machen das Reisen noch einmal interessanter. Was hattet ihr für ein Glück, die Sonnenfinsternis mit zu erleben. Bei uns war der Himmel voller Wolken.
    An Tartu erinnern wir uns gerne. Die Markthalle und die Kirche hat uns auch beeindruckt. Wir hatten versucht den Brunnen-Skulpturen der küssenden Studenten nachzueifern. War ein netter Spaß.
    Bei unserer letztjährigen Fahrt sind wir über eine mehr als 20 Kilometer lange Baustelle geführt worden. Immer unterbrochen von Ampeln. Das war für Fahrzeug und Insassen eine erhebliche Belastung.
    Für die weitere Fahrt alles Gute!
    Beste Grüße vom Bummel.Tours-Team

    1. Karin und Michael

      Hallo ihr beiden, das mit den küssenden Studenten wollten wir auch nachmachen. Leider war ein Bauzaun davor, es ging also nur von weitem. Euch einen schönen Sonntag, Karin und Michael von Bobil on tour

  2. Ein besonderes Naturerlebnis an einem besonderen Ort mitzuerleben hat schon was 👍. Ich habe zwar auch den höchsten begehbaren Punkt in unserem Häuschen aufgesucht, nur hat es „Klärchen“ dann vorgezogen, sich hinter den Bäumen zu verstecken.
    Vilnius hat uns damals auch sehr gefallen und wir hatten eine Stadtführerin, die perfekt und nahezu akzentfrei Deutsch gesprochen hat.
    Wünschen Euch noch eine gute Weiterreise und freuen uns über neue Berichte.
    LG Eva und Jürgen

    1. Karin und Michael

      Mal schauen, ob in welcher Sprache wir die Vilnius-Führung bekommen können. Euch einen schönen Sonntag, Karin und Michael von bobil on tour

  3. Ich finde alte Grenzanlagen immer wieder sehenswert, erinnern sie einen doch auch, wie es einmal war und wie sich die Geschichte (hier positiv) entwickelt hat. Aus eigener Erfahrung kennen wir ja noch diese Kontrollen, wenn auch vielleicht nicht unbedingt im Baltikum. Heute noch auf jeden Fall wenn man mit dem Auto nach Großbritannien fährt – hier werden wir regelmäßig mit Kofferraum-Öffnen kontrolliert.

    1. Karin und Michael

      Grenzen in Europa nur noch als geschichtliche Erinnerung ist schon ein Privileg für uns. Für die Einreise nach Marokko haben wir 2 1/2 Stunden gebraucht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert