Ein See will uns nicht loslassen

Lesedauer 4 Minuten

Eine gute Autostunde südlich von Narva beginnt der Peipus See, einer der größten Seen Europas. Er ist über sechsmal so gross wie der Bodensee. Man kann daher nicht bis zum anderen Ufer schauen, so dass er fast wie ein Meer wirkt, nur eben ohne Brandung und er ist ziemlich flach. Der See bildet über weite Strecken die natürliche Grenze zwischen Estland und Russland. Die Grenze fühlt sich hier erstaunlich weit weg an. Statt Grenzanlagen bestimmen Wasser, Schilf, Wälder und kleine Dörfer die Landschaft.

Wir finden einen Übernachtungsplatz auf einer großen Wiese direkt am See und teilen den Blick auf’s Wasser nur mit wenigen anderen Campern. Eigentlich wollen wir für eine Nacht bleiben. Am nächsten Tag bekunden wir gegenseitig, nun langsam aufbrechen zu müssen … aber keiner von uns ergreift die Initiative. Also bleiben wir. Am nächsten Tag das Gleiche. Erst am Nachmittag reißen wir uns von diesem schönen Spot los und fahren dann doch weiter.

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Unterwegs statten wir den Nonnen des Klosters Pühtitsa einen Besuch ab. Das orthodoxe Frauenkloster ist ein Stück Russland in Estland und ein wichtiger religiöser Ort. Besonders auffällig sind die gepflegten, hellen und farbenfrohen Gebäude und die Zwiebeltürme inmitten von liebevoll angelegten Blumengärten. Eine Atmosphäre, die schon fast ein wenig entrückt wirkt.

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Wieder nur eine kleine Fahrstrecke weiter sind wir in Tartu. Die Stadt liegt am Fluss Emajõgi und ist ganz anders als Tallinn. Mit ca. 100.000 Einwohnern ist es die zweitgrößte Stadt Estlands, vor allem aber ist Tartu die geistige und kulturelle Hauptstadt des Landes sowie ein bedeutendes akademisches Zentrum. Tartu war 2024 Europäische Kulturhauptstadt.

Tartu ist keine Stadt, die sich mit großen Sehenswürdigkeiten in den Vordergrund drängt. Wir lassen uns durch das alte Stadtzentrum treiben und essen am Abend leider schlecht (wir hätten google vorher besser fragen sollen).

Den Reiz von Tartu wollen wir nicht durch die übliche Stadtführung, sondern auf andere Art herausfinden. Zusammen mit einer Stadtführerin erkunden wir verschiedene Stadtteile mit dem Fahrrad. Unser Guide ist ein echter Local und Landschaftsarchitektin. Über drei Stunden radelt sie mit uns durch kleine Straßen und Parks, am Fluss entlang und wir gelangen an Orte, die man als Tourist sonst nicht entdecken würde. Nebenbei erfahren wir viel über die Entstehung einzelner Stadtteile und den städtebaulichen Hintergrund. Besonders beeindruckend sind die vielen alten Holzhäuser und unzählige Fassadenmalereien, die von internationalen Street-Art-Künstlern geschaffen wurden.

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Nach Tartu werden wir auf unserer weiteren Reise jetzt in die ’stilleren‘ Teile von Estland kommen.

8 Kommentare zu „Ein See will uns nicht loslassen“

  1. Hallo ihr Beiden,

    eure Schilderung weckt die Erinnerung an unsere letztjährige Tour. Wir konnten uns auch öfters nicht von den schönen Plätzen losreißen. Ein Vorteil, dass man bleiben kann, wenn kein Urlaubsende drängt.
    Tartu hat uns auch gefallen. Eure Idee mit einem Local die Stadt zu erkunden ist toll. So erfährt man viel mehr von der Stadt.

    Euch weiterhin eine gute Fahrt!

    Beste Grüße vom Bummel.Tours-Team

  2. Eine Stadt mit einem lokalen Führer und Fahrrad zu erkunden ist eine tolle Alternative. Die Bilder sprechen für sich. Mit dem Wetter habt ihr ja dieses Mal mehr Glück.

  3. Diese gute Kombination von herrlicher Natur u beeindruckender Kultur fasziniert mich schon bei jedem Bericht.
    Bin ganz schön neidisch!
    Hier die Dauer Sauna lähmt jede Unternehmungslust!!!
    Noch eine schöne Zeit
    Liebe Grüße
    Christel

    1. Karin und Michael

      Wir sind uns sicher, dass dir das auch gefallen würde. Auch ohne Wohnmobil gibt es interessante Rundreisen durch das Baltikum. Liebe Grüße senden dir Karin und Michael von bobil on Tour.

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