Die Brücke

Lesedauer 4 Minuten

Das erste Tagesziel für heute ist erreicht, wir haben eine neue Wasserkanne.

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Nach unserer Zeit in Tallinn und Helsinki ist dringend mal wieder ein Maintenance-Tag notwendig. Auf dem weiteren Weg Richtung Osten finden wir einen schönen Campingplatz direkt an der Küste. Auf dem Programm stehen Wäsche waschen, Faulenzen und ein langer Strandspaziergang.

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Und Abends … ein schöner Sonnenuntergang geht immer …

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Weiter ostwärts kommen wir nach Sillamäe. Einst war Sillamäe eine streng abgeschirmte sowjetische Geheimstadt, in der Uran für das Atomprogramm verarbeitet wurde. Sie existierte auf keiner Landkarte und war für Besucher tabu. Wir hören, dass früher 35.000 Menschen hier gelebt und gearbeitet haben, heute sollen es ca. 13.000 sein, aber diesen Zahlen traut man nicht. Es gibt eine hübsch hergerichtete Promenade direkt bis zum Meer, ein paar moderne Gebäude und Geschäfte sowie viele Wohnblocks. Ansonsten macht die Stadt auf uns einen verfallenen und unattraktiven Eindruck. Es ist eine Mischung aus Geschichte und Architektur, aus Verfall und Moderne. Solche Städte hinterlassen bei uns immer irgendwie ein beklemmendes Gefühl.

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Der östlichste Ort unserer Reise ist Narva, hier endet Europa. Von hier aus sind es ca. 2.100 km nach Hause. Narva ist Grenzstadt nach Iwangorod in Russland und Narva ist neben Luhamaa (ganz im Süden von Estland) der einzige derzeit geöffnete Grenzübergang … und das nur für Fussgänger. Auf der einen Seite die Europäische Union, auf der anderen Seite Russland, getrennt durch den schmalen Fluss Narva, die Grenze verläuft in der Mitte des Flusses. Die mächtige Burg von Narva (Hermannsfeste) und die Festung Iwangorod stehen sich wie zwei stumme Wächter gegenüber und erinnern daran, wie nah Geschichte und Gegenwart beieinanderliegen. Und da ist es wieder, das beklemmende Gefühl.

Direkt vor den Grenzanlagen sehen wir eine lange Menschenschlange mit Rollenkoffern und Tragetasche, die über die stark gesicherte Brücke nach Russland ausreisen wollen. Das Tor öffnet sich immer nur für wenige, der Rest muss weiter warten. Noch nie haben wir eine Grenze erlebt, die so sichtbar und zugleich so greifbar ist. Ein Teil der folgenden Fotos haben wir mit versteckter Kamera gemacht, die Hemmschwelle, hier einfach ‚draufzuhalten‘ ist hoch. Wir lassen die Bilder sprechen.

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Städte wie Sillamäe und Narva besucht man nicht, weil sie angenehme Reiseziele sind. Die Eindrücke, die wir von hier mitnehmen, bleiben, gerade derzeit.

7 Kommentare zu „Die Brücke“

  1. Anneliese Schickl

    Ja, man hat bei den Fotos schon ein beklemmendes Gefühl. Auf euerer Weiterreise kommt Ihr bestimmt auch noch noch nach Tartu. Hat mir damals sehr gut gefallen.

  2. Hallo ihr Beiden,
    danke für die eindrückliche Schilderung. Wir sind bisher noch nicht so weit gekommen. Im letzten Jahr mussten wir diesen Teil unserer Reiseroute streichen, weil wir uns verbummelt hatten.
    An der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad, wo wir frei gestanden haben, hatten wir einen anderen Eindruck. Wir konnten keine Grenzanlagen gesehen.
    Euch noch eine schöne Weiterfahrt. Am Peipussee hatten wir schöne Stellplätze. Wir freuen uns auf eure Berichte.
    Beste Grüße vom Bummel.Tours-Team

    1. Karin und Michael

      Hallo ihr beiden, nach zwei Tagen schwerer Kost freuen wir uns auf unbeschwerte Natur am See. Liebe Grüße senden Karin und Michael von bobil on tour

  3. Hallo ihr beiden, ihr seid wirklich weit gekommen. Eure Bilder von Narva und der Grenze sprechen für sich. Offensichtlich gehen die Menschen, die über die Grenze wollen, öfter diesen Weg. Für Dritte bleibt schon ein anderes Gefühl. Aber trotzdem schön zu sehen, wie es auf diesem Teil der Erde so aussieht.
    Weiterhin guten Reise und dazwischen etwas Ruhe und Gemütlichkeit.
    Liebe Grüße aus dem immer noch heißen Hessen (wie warm ist es bei euch derzeit?)
    Lydia und Ronny

    1. Karin und Michael

      Wir trödeln jetzt so langsam Richtung Süden. Tagsüber sind es so angenehme 20-23 Grad, nachts ca. 16 Grad. Liebe Grüße senden Karin und Michael von bobil on tour

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