Diese Woche gab es für uns nur einen einzigen Termin zu beachten … und den haben wir verpennt. Gestern Abend am Feuerplatz haben wir draußen auf der Ostsee ein Schiff gesehen, ohne zu realisieren, dass das die von uns gebuchte Fähre ist. Heute am Fähranleger in Triigi waren wir also genau einen Tag zu spät dran. Zu tiefenentspannt ist daher auch nicht immer hilfreich. Aber alles gut, Karin wartet direkt neben dem Buchungsterminal des Fährbetreibers, um einen der beiden Wohnmobilplätze auf der kleinen Fähre zu ergattern und so kommen wir zwar mit einem neuen Ticket aber wie geplant nach Hiiumaa.


Hiiumaa ist die zweitgrößte Insel Estlands und mit einer Bevölkerungsdichte von nur 9 Einwohnern/km² sehr dünn besiedelt. Das macht den besonderen Reiz der Insel aus. Endlose Wälder, kleine Dörfer und eine einsame Küste verbreiten eine angenehm ruhige Atmosphäre.
Und die Estländer lieben nicht nur die Sauna sondern auch Camping in der freien Natur. Ein dichtes Netz von Campgrounds findet sich in den Kiefernwäldern direkt an den Stränden. Oder sie suchen sich ein passendes Fleckchen für ihr Zelt und sitzen dort am Abend bei einem Lagerfeuer.
Auf einer kleinen Fahrradtour besuchen wir (mal wieder) einen Leuchtturm und entdecken einige Lost Places aus der Zeit der sowjetischen Besatzung. Auf der Tour fällt uns dann ein besonders schöner Platz direkt an einem einsamen Kieselstrand auf. Am Abend kehren wir dann dorthin zurück … gleich für zwei chillige Tage (irgendwann müssen wir ja mal so richtig runterkommen).




So direkt am Meer lässt es sich gut aushalten, auch wenn man eigentlich den ganzen Tag nicht viel tut.




Heute am Samstag füllt sich der Spot mit einigen Surfern und wir haben viel zu schauen.


Am Abend sind alle verschwunden und der Strand gehört uns wieder allein.

In Estland gibt es eine lange Tradition für Schaukeln. Sie geltend fast als nationales Kulturgut. Die großen hölzernen Dorfschaukeln, Külakiik, waren früher Mittelpunkt des Dorflebens. In den 1990er-Jahren wurde die Sportart Kiiking in Estland erfunden. Dabei schaukeln die Teilnehmer mit einer speziellen Konstruktion (ähnlich den Schiffsschaukeln auf einer Kirmes) so hoch, dass sie sich einmal komplett um die Achse überschlagen. Die Schaukel-Kreativität der Estländer bringt auch noch andere Modelle hervor, so zum Beispiel den Schaukelkreis oder die Eltern-Kind-Schaukel.



Es geht zurück auf‘s Festland. Sicherheitshalber haben wir die Fähre von Helternaa zurück nach Rohuküla nicht vorgebucht, so brauchen wir uns auch keinen komplizierten Termin zu merken. Kurz vor der Zufahrt zum Fährterminal gab es eine aufwändige Polizeikontrolle … ein Alkoholtest. Michael war komplett nüchtern.
Morgen steht eine sehr skurrile Besichtigung auf unserem Programm. Lasst euch überraschen.
Wie gut, dass Karin immer mit Strickzeug bewaffnet ist, so lässt sich entspannt 😉gut warten!!
😅
Die Entspannungsphase hat euch doch fest im Griff. Gut, dass die Fähre öfter fährt ….
Bald seid ihr in Tallinn, wir sind gespannt, wie es euch dort gefällt. Die Altstadt ist jedenfalls sehr schön mit vielen Fachwerkhäusern und netten Gasthäusern.
Ich denke, wenn das Merken von Fährterminen kompliziert wird, ist man schon sehr gut erholt. Das bräuchte ich auch mal wieder. Bin schon gespannt, wie erholt ihr nach den nächsten vier Wochen seid.