Die drei baltischen Staaten sind zwar flächenmäßig nicht besonders groß, unterscheiden sich aber in ihrer Bevölkerungsstruktur. Insgesamt leben in Estland rund 1,4 Millionen, in Lettland etwa 1,9 Millionen und in Litauen knapp 2,9 Millionen Menschen. Gemeinsam kommen die drei Länder also auf rund 6,2 Millionen Einwohner.
Auffällig ist, dass rund 70 % der Menschen in Städten leben und etwa 30 % auf dem Land. Besonders die Hauptstädte Tallinn, Riga und Vilnius prägen das wirtschaftliche und kulturelle Leben ihrer Länder. Abseits der Städte geht es deutlich ruhiger zu – weite Wälder, Moore, Seen und kleine Dörfer sorgen dafür, dass viele Regionen dünn besiedelt sind und ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Wir fahren auf Straßen fast wie mit dem Lineal gezogen durch Wälder oder Landwirtschaft mit vereinzelten Höfen und kleinen Städten.

In den letzten Tagen haben wir mehrfach die Grenze zwischen Litauen und Lettland passiert, Schengen in Reinform ….

Auf der Reise nach Westen wieder Richtung Ostsee kommen wir nach Kuldiga, einer netten Kleinstadt, die gleich zwei touristische Attraktionen anbietet, die längste historische Backsteinbrücke Europas und den breitesten natürlichen Wasserfall Europas (na ja, es ist eher eine Stufe im Flusslauf). Aber jede Superlative im europäischer Vergleich macht sich für den Tourismus immer gut.





Zwischenzeitlich haben wir wieder die Ostseeküste erreicht. Fast menschenleere Strände laden uns zu einem langen Spaziergang ein. Es gefällt uns so gut, dass wir mehrere Tage hier bleiben. Wir lassen die Fotos sprechen.





Wir haben eine traumhaft schöne Stelle gefunden, an der wir gleich für mehrere Tage bleiben. Klingt toll, ist es auch. Gleichzeitig ist unser Aufenthalt dort aber nicht ganz freiwillig. Eine Nacht, den folgenden Tag und die dann folgende Nacht fegt ein Starkregentief über uns hinweg. Bobil wird gründlich gewaschen und wir faulenzen.


Je weiter wir an der Ostseeküste nach Norden kommen desto einsamer wird es, Natur pur. Und dann biegen wir an einem Schotterweg in den Wald und kommen zu verfallenen 6-stöckigen Wohnanlagen und Nebengebäuden. Teilweise eingestürzt, keine Fenster und Türen, überall Bauschutt … mehr Lost Place geht nicht. Die Natur holt sich langsam alles wieder zurück. Wir sind wieder einmal auf die sowjetische Vergangenheit gestoßen. Hier wurde ein riesiges Teleskop mit 32 m Durchmesser zur Spionage betrieben.




Wieder einmal sehr nachdenklich kehren wir zur Natur zurück und gelangen in den Slitere Nationalpark. Bei einem alten Leuchtturm (er steht seltsamerweise 5 km von der Küste weg im Wald) steigen wir über lange Holztreppen hinab in den Urwald. Meterhoher Farn zwischen alten Bäumen, dazwischen umgestürzte Bäume, auf denen wieder neue Pflanzen wachsen, von der Feuchtigkeit ist alles mit Moos bewachsen und Orchideen blühen dazwischen. Ein alter Holzsteg führt uns durch diese beeindruckende Natur. Vom Regen ist der Weg rutschig wie Schmierseife und aufgrund des Verfalls nicht einfach zu begehen.






Ein kurzes Stück geht es noch weiter an der Küste entlang bis zu einer Stelle, wo sich die Ostsee in die Bucht von Riga öffnet. Davon berichten wir aber im nächsten Blogbeitrag.
Tolle Bilder und sehr interessante Eindrücke. Weiterhin viel Spaß und schöne Erlebnisse!
LG
Gitte & Axel
Ich kann euch sehr gut verstehen, dass ihr an der schönen Ostseeküste länger geblieben seid. Der Strand und die Natur sind verlockend schön. Toll, dass ihr diese Reise macht.
Ich bin immer wieder beeindruckt von euren tollen Fotos untermalt mit euren Eindrücken. Danke dafür – es macht immer wieder große Freude eure Berichte zu lesen. Gute Reise weiterhin, wünsche ich euch
Patricia
Tolle Bilder, insbesondere die Strände.
Habt weiter viel Spaß.
Vielen Dank, dass Ihr uns auch diesmal wieder mitnehmt, sehr spannend!
LG Ernst
Echt sehr schöne Bilder👍. Das iPhone als Kameraersatz scheint sich zu bewähren. Die Strandaufnahmen erinnern uns an den „Geisterwald“ bei Nienhagen (zwischen Warnemünde und Kühlungsborn). Von dort haben wir ähnliche Bilder mitgebracht. War nur nicht ganz so einsam 😉.
Weiter gute Reise, gutes Wetter und tolle Erlebnisse.
LG Eva und Jürgen