Von der Wüste in die Berge

Lesedauer 5 Minuten

Liebe Leser unseres Reiseblogs, wir haben euch natürlich nicht vergessen! In den letzten Tagen mussten wir aber fast ohne Internetverbindung reisen und so könnt ihr erst heute wieder von uns hören … aber keine Sorge, es entgeht euch nichts.

Nach unserem beeindruckenden Ausflug in die Erg Chergaga Wüste haben wir noch nicht genug vom Sand, obwohl er sich schon in jeder Ritze unseres Campers breit gemacht hat. Mit einem langen Fahrtag steuern wir die Erg Chebbi Wüste an. Dorthin geht es zuerst durch eine einsame Steinwüste mit schnurgeraden Straßen. Die Ebene wird an beiden Seiten durch die langsam kleiner werdenden Berge des Anti-Atlas gesäumt. Die Steinlandschaft wandelt sich im weiteren Verlauf in eine Sandlandschaft und der Wind weht den Sand flach über die Fahrbahn. Schon in der Ferne sehen wir die leuchtenden Sanddünen in der späten Nachmittagssonne. Die Stadt Merzouga liegt direkt am Fuß der Dünen. Hier geht es richtig touristisch zu und es reiht sich eine Hotelanlagen an die andere.

EF16317A DBD8 430E 90B6 D9FCCB5E31DE 1030x281

Wir haben Glück und können auf einem der Campingplätze direkt am Beginn der Dünen übernachten, wie am Rand eines riesigen Sandkastens. In der Abendsonne fangen wir noch ein paar Impressionen ein.

4737F048 4310 4AA6 996B 917836AB3F62 1030x504
507E5489 24DD 49FE B452 EBF5ED534208 1030x687
4C3CFDA8 0DEC 4F65 BECA 0101369612A1 1030x578
879B941E E64B 4B95 8685 A72C9CFE1092 1030x944

Nun aber genug Sand und als Kontrast ist unser nächstes Ziel eine Palmenoase. Wir übernachten auf einem kleinen Campingplatz bei Ali unter schattigen Palmen und wandern durch das Oasental.

7D71D24B 545D 4D7D B8FC 7CC13C54F87D 1030x1030
52CC8EE9 7B15 4057 B628 8468CA1BA7ED 1030x495

Hier gibt es Wasser und die Bauern können eine spärliche Landwirtschaft betreiben. Die Marokkaner, die wir auf unserer Reise treffen, berichten, dass es seit drei Jahren nicht mehr richtig geregnet hat. Die Flüsse sind fast alle ausgetrocknet und Brunnen müssen bis zu 150 Meter tief gegraben werden. Nur in den Bergen ist es anders, aber dazu später.

Man sagt, wir haben die Uhren und die Marokkaner haben die Zeit. Spontan biegen wir von unserer Reiseroute zu der ‚Source bleue de Meski‘ ab, natürlich ist auch diese Quelle ausgetrocknet. Aber wir lernen Hassan kennen und er spricht deutsch. In seinem Geschäft, einem sehenswerten Souvenirshop, trinken wir Tee und dann haben wir es getan … wir haben einen Teppich gekauft. Einen kleinen Berberteppich für unseren Camper und Hassan ändert ihn fachmännisch auf die richtige Größe. Anschließend lädt er uns zu sich nach Hause zum Essen ein und wir bekommen einen Einblick in das Leben einer marokkanischen Familie. Mit einem Beutel duftender Tajine-Gewürze und vielen schönen Eindrücken machen wir uns auf die Weiterfahrt. 

2264B359 7239 4DC7 82CC 7A397A91FFA9 1030x572

Über Er-Rachidia erreichen wir die Berge des Atlas, das mächtigste Gebirge des Landes. In der Gheris-Schlucht leuchten die imposanten Felsen in der Abendsonne und nach der Schlucht finden wir unseren Übernachtungsplatz für heute.

E5A6F18A 20EC 44D4 8214 605126BD67A9 1030x468
F07A730C 3EB4 49F8 BB39 D77B115DE9F1 1030x773

Um uns herum sind nur Steine und Stille, sogar das Mobilnetz fehlt. In der Nacht klopft es dann leise an unseren Camper, wir geben uns nicht zu erkennen und zwei junge Männer gehen wieder. Es war schon  etwas unheimlich und wir haben keine Idee, was die beiden wollten.

4DA7D91D 107E 45D7 ACD7 2CF4EFC805E1 1030x687

Es geht weiter in das Atlas-Gebirge hinein. Wir kommen durch ärmliche Dörfer und eine vegetationslose Steinlandschaft und in der Ferne zeigen sich die noch mit Restschnee bedeckten Gipfel.

3D3857C1 D6F5 45D0 8DF9 656733F69F41 852x1030
4BDC0A7E AA1D 4531 A65C 7B077EF127B2 1030x565

In den Bergen wird auch das Wasser wieder mehr. An einigen Stellen verlaufen die Bergflüsse über die Straße hinweg und wir sind froh, dort durchzukommen.

Die Menschen im Atlas machen auf uns einen eher abweisenden Eindruck und in den kleinen Dörfern gibt es überraschend viele Kinder an der Straße. Leider versuchen sie zu betteln und die vorbeifahrenden Touristen auf aufdringliche Art zum Anhalten zu zwingen. Wenn dies nicht gelingt wird das Fahrzeug mit Steinen beworfen … auf diese Art der ‚Gastfreundschaft‘ können wir verzichten

Die wohl eindrucksvollste Schlucht auf der Strecke ist die Todrha-Schlucht, ein Touristenmagnet und daher völlig überlaufen. Man muss sie gesehen haben, aber die Tourigruppen sind nicht unser Ding.

3618F54D A2E8 423B B146 258396AC9858 735x1030

In den nächsten Tagen soll es dann weiter durch den Hohen Atlas gehen.

AD54EDF7 3D1B 4AA1 AC85 B65ED7B66C98 1030x949

7 Kommentare zu „Von der Wüste in die Berge“

  1. Ernst Fritzemeier

    Die Einladung Hassan zu sich nach Hause war sicherlich ein Erlebnis, welches ihr positiv in Erinnerung behalten werdet, die Steine werfenden Kinder sicher nicht …
    Insgesamt scheint Euch auch diese Reise sehr viel Freude zu bereiten!
    Vielen Dank für die Teilhabe und weiterhin gute Reise!

  2. Hallo ihr beiden, tolle Beschreibung, es fühlt sich an sls ob ich ein bisschen mit dabei sein kann. Hochachtung für euren Mut diese Reise mit allen unbekannten Herausforderungen so zu machen. Weiterhin viel Spaß und kommt gut wieder nach Deutschland. Liebe Grüße Christine

  3. Ihr seid ganz schön mutig. Ich habe sogar beim Lesen teilweise die Luft angehalten. Unsere Erinnerungen aus 1998 werden wieder wach!! Auch die Steine der bettelnden Kinder. Viele schöne Erlebnisse wünschen euch Heidrun und Peter 🤗

  4. Das Abenteuer geht weiter 💪. Vielen Dank, dass wir daran aus der Ferne teilhaben können.
    Ihr seid wirklich mutig und kaum aufzuhalten.
    An die bettelnden Kinder im Atlasgebirge können wir uns auch gut erinnern – allerdings gab es einige, die etwas verkaufen wollten. Kurt haben sie einfach eine angefertigte Schatulle mit Halbedelsteinen in die Hand gedrückt und sind erst wieder von seiner Seite gewichen als er dafür bezahlt hat .
    Darüber haben wir später oft mit unseren Reisefreunden gelacht😀
    Mal sehen, was ihr als Nächstes erlebt🤣
    Bis dahin liebe Grüße Annegret&Kurt

  5. Eure Bilder und Reiseberichte sind sehr beeindruckend und wir bewundern Euren Mut. Euch weiterhin eine abenteuerliche und erlebnisreiche Reise und passt gut auch Euch auf. LG Doro und Theo

  6. Eure Reise ist so abwechslungsreich wie das Land – sehr interessant. Euer Camper sieht aber immer noch recht weiß aus, für so viel Saharastaub…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert